Experimente mit der Oberfläche

Experimente mit der Oberfläche

Gips ist ein Naturstoff und besteht aus feinkörnigen Mineralien und ein wirklich spannendes Material.
Zur Vorbereitung wird das Gipspulver langsam in eine vorher für den jeweiligen Körper abgemessenen Menge an Wasser gestreut. Nachdem der Gips das Wasser zu Einem aufgesogen hat und eine sämige Masse entstanden ist, wird das Gemisch vorsichtig umgerührt und zügig durch ein Sieb gegossen, um der Klumpen- und Luftblasenbildung vorzubeugen. Der angerührte Gips wird dann in die jeweilige Form gegossen und muss nun – abhängig von den Luftzugänglickeit und Größe des Objekts – einige Zeit trocknen.

Oberflächen und Strukturen verleihen jedem Objekt einen speziellen visuellen, taktilen und haptischen Charakter – durch diese werden Objekte in unserer Umwelt erst greif- und erfahrbar. Durch Oberflächenstrukturen kann ein Objekt in seiner Grundform stark verändert werden.
Damit Struktur nicht nur wie Dekoration wirkt, muss ein bewusster Umgang mit der Art und Ausprägung einer Struktur entwickelt werden.
Enstehen soll ein plastisches Objekt, dessen Struktur seinen formalen Charakter unterstreicht und ihm dadurch zu einer besonderen Anmutung verhilt.
Abzugeben sind entweder ein 30 cm langes Ton- oder ein 8cm langes Gipsobjekt mit den jeweiligen Vormodellen.

Bevor ich mich auf die Suche nach interessanten Oberflächenstrukturen begeben wollte, empfand ich es als wichtig, das – für mich neue – Material auf seine Eigenschaften zu prüfen. Ich wollte herausfinden, wie es sich bei der Anwendung von verschiedenen Bearbeitungswerkzeugen verhält, was seine Stärken, aber auch was seine Schwächen sind. Ich habe Gips gesägt, dünne Linien eingeritzt, große Flächen abgetragen, abgekantet, abgerundet, abgeschliffen.

Ich habe nach Anleitung eine große Gipskugel gegossen und sie über Nacht aushärten lassen. Am folgenden Tag zeichnete ich mir vertikale und vier horizontale Linien ein. Bei letzteren vergrößerte sich der Abstand von oben nach unten. In dieses Raster habe ich blattförmige Elemente eingezeichnet, die vom Ursprungspunkt oben ausgehend ebenfalls immer größer wurden; jede neue Reihe lag zwischen den Blättern der oberen Reihe.
Mit einer Schlinge fing ich in der mittleren Reihe an die Flächen innerhalb der Markierungen abzutragen. In der Blattform selbst sollte die Mittelachse stark betont werden, an der die abgetragene Einbuchtung geteilt wird.
Am Schluss wurde versucht mit Rasierklinge und Schleifschwamm die letzten Unebenheiten zu beseitigen und die Form zu glätten.

Für mich war es sehr interessant, Gips als neues Material kennenzulernen und mit meinen vorherigen Erfahrung, die ich bei der Arbeit mit Ton gemacht habe, zu vergleichen.
Es war sehr schwer abzuschätzen, wie viel Material an jeder Einbuchtung abgetragen werden musste, um eine gleichmäßige Optik zu erzielen – dies erwieß sich auch als sehr anstregend und teilweise sehr schmerzhaft für die Hände, da man mit viel Kraft arbeiten musste. Auch hatte ich Probleme damit, dass man versehentlich schnell Makel in das Material eingearbeitet hatte, da man das Werkzeug eventuell in einem falschen Winkel hielt oder zu nah an eine Kante herangeführt hat. Was ich ebenfalls schade fand, war, dass nicht immer genug passende Werkzeuge vorhanden waren und man auf nicht optimale Alternativen ausweichen musste, die einem die Arbeit erschwerten.
Auch wenn der Feinschliff sehr mühselig war, hat mir die Arbeit mit Gips viel Spaß bereitet.

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